Medizinische Biometrie

Die Medizinische Biometrie entwickelt und nutzt statistische und mathematische Methoden, um medizinische Daten valide auszuwerten, Erkenntnisse aus Studien zu gewinnen und damit eine evidenzbasierte Medizin zu unterstützen. Der Fachausschuss fördert die Weiterentwicklung statistischer Methoden, stärkt den wissenschaftlichen Austausch und unterstützt die Vernetzung von Forschung, Lehre und Praxis. Gemeinsam mit den Arbeitsgruppen, Projektgruppen und Arbeitskreisen gestaltet er die Zukunft der Medizinischen Biometrie innerhalb der GMDS und trägt dazu bei, hohe wissenschaftliche Qualitätsstandards in der Gesundheitsforschung zu sichern.

Themen des Fachausschusses

Die Medizinische Biometrie strategisch weiterentwickeln

Der Fachausschuss gestaltet die fachliche Weiterentwicklung der Medizinischen Biometrie innerhalb der GMDS und greift aktuelle sowie zukünftige methodische Fragestellungen auf. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung und Anwendung statistischer Methoden für die Planung, Durchführung und Auswertung medizinischer Studien sowie deren Einsatz in der klinischen Forschung, Versorgungsforschung, Gesundheitsökonomie und Evidenzsynthese. Ziel ist es, die Qualität medizinischer Forschung durch innovative biometrische Methoden nachhaltig zu stärken.

Wissenschaftliche Vernetzung fördern

Der Fachausschuss fördert den Austausch zwischen den Arbeitsgruppen, Projektgruppen und Arbeitskreisen des Fachbereichs sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen der GMDS. Darüber hinaus stärkt er die Vernetzung mit nationalen und internationalen Fachgesellschaften und unterstützt wissenschaftliche Veranstaltungen, Workshops und Fortbildungsangebote, um aktuelle Entwicklungen der Medizinischen Biometrie sichtbar zu machen und den fachlichen Austausch zu intensivieren.

Nachwuchs und Qualifizierung stärken

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der kontinuierlichen Weiterbildung. Der Fachausschuss unterstützt die Entwicklung moderner Fortbildungsformate, begleitet Qualifizierungsangebote wie die GMDS Academy und wirkt gemeinsam mit Partnerorganisationen an der Vergabe des Zertifikats „Biometrie in der Medizin“ mit. Dadurch trägt er zur Sicherung hoher fachlicher Standards und zur Weiterentwicklung biometrischer Kompetenzen bei.

Qualität und Wissenstransfer sichern

Der Fachausschuss unterstützt den Transfer biometrischer Methoden zwischen Forschung, Lehre und medizinischer Praxis. Er wirkt an fachlichen Empfehlungen, Stellungnahmen und Konzepten mit, fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Anwendung und trägt dazu bei, statistische Expertise frühzeitig in medizinische Forschungsprojekte einzubringen. So schafft er die Grundlage für belastbare wissenschaftliche Evidenz und eine qualitativ hochwertige Gesundheitsforschung.

Neuigkeiten

GMDS Biostatistics Competition

Im Februar 2026 ist erstmals die GMDS Biostatistics Competition gestartet. 

Das Thema lautet: Reliable Subgroup Identification and Analysis

  • Worum geht es? Anhand mehrerer simulierter Datensätze lösen die Teilnehmenden verschiedene Aufgaben zur zuverlässigen Identifizierung und Analyse von Subgruppen. 
  • Wann werden die Ergebnisse veröffentlicht? Die Ergebnisse der Competition werden auf der ISCB GMDS Conference 2026 am 29.09.2026 in Freiburg präsentiert (Ankündigung unter: Workshops | ISCB GMDS Annual conference 2026) und anschließend publiziert.
  • Wo gibt es weitere Informationen & Updates? GMDS Biostatistics Competition 2026 

Wir freuen uns auf spannende methodische Beiträge und eine lebendige Competition! 

 

 

Mitglieder des Fachausschusses

Dr. Anika Großhennig

Dr. Anika Großhennig

Leitung

Hannover

Prof. Dr. Annika Hoyer

Prof. Dr. Annika Hoyer

Stellvertretung

Bielefeld

Dr. Christian Röver

Dr. Christian Röver

Mitglied

Göttingen

Prof. Dr. Peter Schlattmann

Prof. Dr. Peter Schlattmann

Mitglied

Jena

Dr. Max Westphal

Dr. Max Westphal

Mitglied

Bremen

Prof. Dr. Antonia Zapf

Prof. Dr. Antonia Zapf

Mitglied

Hamburg

Tätigkeitsbericht

Tätigkeit vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025

GMDS Biometrie Retreat

Am 26. und 27. Februar haben sich der Fachausschuss Medizinische Biometrie und Vertreter:innen der assoziierten Arbeitsgruppen (AGs), Projektgruppen (PGs) und Arbeitskreise (AKs) zum Retreat in Hannover getroffen. Der Retreat startete am ersten Tag mit dem Treffen der Biometrie-Fachausschussmitglieder. Auf der Agenda stand die Diskussion der geplanten Aktivitäten für 2025 und 2026. Neben den Themenfindungen für die nächste und übernächste GMDS Academy, haben wir neue Biometrie-Formate für die GMDS-Jahrestagung entwickelt. Auch einen Blick in die Zukunft haben wir gewagt. So wollen wir uns insbesondere für ein starkes Miteinander der Fachbereiche einsetzen und hierfür gemeinsame Workshops und Veranstaltungen auf der Jahrestagung, bei der GMDS Academy und beim Doktorandenkolloquium etablieren. Auch möchten wir gerne Kolleg:innen von außerhalb der Universitäten und den Biometrie-Nachwuchs stärker in GMDS-Aktivitäten involvieren.

Am zweiten Tag hat sich der Fachausschuss Medizinische Biometrie zusammen mit Vertreter:innen der AG Biomedizinische Informatik, der AG Statistische Methoden der Bioinformatik, der AG Epidemiologie der Arbeitswelt, der AG Humangenetik, der AG Biometrie in der Ethikkommission, der AG Medical Decision Making und der AG Nachwuchs zu den verschiedensten inhaltlichen Fragen ausgetauscht: Wie können wir AGs im Fachbereich Biometrie vernetzen? Wie können wir die GMDS Jahrestagung 2025 und in Zukunft attraktiver für Biometrier:innen gestalten? Wie können wir unsere Außendarstellung und Sichtbarkeit verbessern? Wie können wir die GMDS attraktiver machen? Wie können wir uns noch besser mit den anderen Fachbereichen vernetzen? Wie können wir attraktiver für Kolleg:innen von außerhalb der Universitäten werden und uns weiter mit der Industrie vernetzen? Welche interdisziplinären Themen können wir für die Jahrestagungen/ GMDS-Akademien anbieten? Herausgekommen sind viele neue tolle Ideen und To Dos, die es im Fachbereich Medizinische Biometrie und in der GMDS umzusetzen gilt.

Neue biometrische Sonderformate auf der GMDS Jahrestagung

Für die 70. GMDS-Jahrestagung in Jena im September 2025 hatten wir uns als Fachausschuss Biometrie dieses Jahr zwei neue Sonderformate vorgenommen. Den Auftakt machte gleich zu Beginn am Montag, dem 8.9., ein sehr gut besuchter und spannender Workshop zum Thema „Good Engineering Practice for Statistical Programming: Pragmatic Solutions and Best Practices for Statisticians”. Hier präsentierten Thomas Asendorf (Institut für Medizinische Statistik, Universitätsmedizin Göttingen) und Dr. Friedrich Pahlke (RPACT - Statistical Tools for Drug Development) viele wichtige praktische Empfehlungen bei der Programmierung von statistischen Auswertungen mit R und diskutierten mit den Teilnehmenden Möglichkeiten der Validierung von R. 

 Auch bei unserem zweiten Sonderformat, ein Minisymposium zum Thema „Biostatistics – from past to future“ erlebten wir im vollgesetzten Seminarraum eine erfolgreiche Premiere – ausnahmsweise in umgekehrter Reihenfolge, „from future to past“. Zunächst haben im ersten Teil die diesjährigen Preisträgerinnen im Fachbereich Biometrie Jana Wiesner und Jana Kinzel ihre jeweiligen Abschlussarbeiten präsentiert und mit dem Auditorium diskutiert. Jana Wiesner, die ihr Bachelorstudium an der Hochschule Hannover absolviert hat, stellte zunächst ihre Bachelorarbeit „A shiny app for optimal sample size calculation“ vor. Anschließend wurde die beste Masterarbeit mit dem Thema „Marginal Matched Pairs Cox Regression“ von Jana Kinzel aus dem Institut für Statistik der Universität Ulm präsentiert. Im zweiten Teil ging es dann zurück in die Vergangenheit von nichtparametrischen Verfahren und so nahm uns Edgar Brunner, emeritierter Professor aus dem Institut für Medizinische Statistik der Universitätsmedizin Göttingen, in seinem Beitrag mit dem Titel „Ranking Methods in Medical Statistics“ mit auf einen historischen Rundumschlag mit vielen unterhaltsamen Anekdoten.

GMDS Academy 2025

Vom 21. bis 23. Oktober fand die GMDS Academy 2025 im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen am Deister statt, die der Fachausschuss Biometrie gemeinsam mit dem Fachausschuss Epidemiologie zum zweiten Mal organisiert hat. In dieser dreitägigen Veranstaltung nutzten 48 Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in drei verschiedenen Kursen zu spezialisieren: Der Kurs "Causal Inference" wurde von Arthur Allignol (Daiichi Sankyo), Vanessa Didelez (BIPS), Oliver Kuß (DDZ) und Alexandra Strobel (UMH) geleitet. Der Kurs "Time-to-event analysis" wurde von Hannes Buchner (Staburo), Xiaofei Liu (MHH) und Ann-Kathrin Ozga (UKE) geleitet. Der Kurs "Meta-analysis" wurde von Christian Röver (UMG), Wolfgang Viechtbauer (Maastricht) und Sebastian Weber (Novartis) geleitet. Die Teilnehmenden hatten die Gelegenheit, ihre Kenntnisse in diesen Bereichen zu vertiefen und sich mit anderen Fachleuten aus akademischen und industriellen Umfeldern auszutauschen. Die Kombination aus theoretischen Vorträgen und praktischen Übungen ermöglichte es den Teilnehmenden, die Konzepte besser zu verstehen und anzuwenden. Wie einige Teilnehmende bemerkten, halfen die Übungen dabei, die theoretischen Inhalte zu verstehen, und die offene Atmosphäre wurde allgemein gelobt. Neben den Kursen bereicherten drei "Cross-Topic"-Präsentationen das Programm: Ann-Kathrin Ozga hielt einen Vortrag über "Basic time-to-event analysis", Vanessa Didelez sprach über "Target trial emulation for causal inference" und Wolfgang Viechtbauer beleuchtete "History and key developments in meta-analysis". Diese Präsentationen luden dazu ein, auch den Blick in die Thematik der anderen Workshops zu werfen.

Folgende weitere Aktivitäten hat der Fachausschuss Biometrie 2025 verfolgt:

  • Der Fachausschuss Biometrie tagte regelmäßig online und hat sich neben der Jahrestagung auch auf der GMDS-Jahrestagung in Präsenz getroffen.
  • Der Fachausschuss Biometrie hat den Austausch mit den AGs/AKs/PGs intensiviert. Neben dem Retreat gab es ein Präsenztreffen auf der GMDS-Jahrestagung und regelmäßige Online-Treffen.
  • Gemeinsame Posterpräsentation mit Vorstellung der AGs/AKs/PGs und des Fachausschuss auf der Jahrestagung.
  • Mitwirkung bei der Planung und Durchführung der GMDS-Jahrestagung. Unter anderem gab es ein Tutorium zum Thema "Hand-on tutorial on basic and advanced methods for diagnostic studies". Außerdem haben die AG Statistische Methodik in der klinischen Forschung den Workshop "Analyse von Messwiederholungen – ein praktischer Methodenvergleich" und AG Therapeutische Forschung den Workshop "Verwendung von Vorwissen in statistischen Analysen –Frequentistische vs. Bayesianische Verfahren" veranstaltet.
  • Auch in diesem Jahr waren wir an der Begutachtung der Förderpreise beteiligt. Die Preisträgerin für die beste Bachelorarbeit im Fachbereich Biometrie war Jana Wiesner („A shiny app for optimal sample size calculation“). Die Preisträgerin für die beste Masterarbeit war Jana Kinzel („Marginal Matched Pairs Cox Regression“). Herzlichen Glückwunsch auf diesem Wege noch einmal an die beiden Preisträgerinnen.
  • Finanzielle Unterstützung der Arbeits- und Projektgruppen für Workshops und andere Veranstaltungen, z.B. AG Statistische Methodik in der Klinischen Forschung für den Herbstworkshop „From Evidence Synthesis to Precision Medicine: A Statistical Perspective“ 20./21.11.2025 in Bielefeld
  • Ausschreibung und Vorbereitung der ersten GMDS Biostatistics Competition 2026
  • Beginn der Planung der GMDS Academy 2027

Wir freuen uns auf die weitere Entwicklung der Biometrie und eine spannende ISCB/GMDS-Tagung im Jahr 2026. Ideen und persönliches Engagement sind jederzeit herzlich willkommen, einfach per Mail an: fabi@gmds.de