Arbeitsgruppe

Wissenschaftskommunikation und evidenzbasiertes Entscheiden

Die Arbeitsgruppe Wissenschaftskommunikation & evidenzbasiertes Entscheiden (WIKEE) beschäftigt sich mit der verständlichen Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Förderung evidenzbasierter Entscheidungen im Gesundheitswesen. Sie vereint Expertise aus Medizin, Biometrie, Epidemiologie, Medizinischer Informatik und Kommunikationswissenschaft und stärkt den Austausch zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit.

Themen

Wissenschaft verständlich vermitteln

Die Arbeitsgruppe entwickelt Konzepte für eine transparente und verständliche Wissenschafts-, Gesundheits- und Risikokommunikation. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zielgruppengerecht aufzubereiten und die Sichtbarkeit evidenzbasierter Informationen zu erhöhen.

Evidenzbasiertes Entscheiden stärken

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen gesundheitliche Entscheidungen auf Grundlage der besten verfügbaren Evidenz treffen können. Dabei berücksichtigt die Arbeitsgruppe sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch psychologische Mechanismen der Entscheidungsfindung und Risikowahrnehmung.

Gesundheits- und Risikokompetenz fördern

Die Arbeitsgruppe setzt sich dafür ein, Gesundheitskompetenz (Health Literacy), Risikokompetenz (Risk Literacy) und statistische Kompetenz (Statistical Literacy) zu stärken. Dadurch sollen medizinische Informationen besser verstanden sowie Nutzen und Risiken von Präventions-, Diagnose- und Therapiemaßnahmen fundierter bewertet werden können.

Austausch und Vernetzung fördern

Die Arbeitsgruppe bringt Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre und Praxis zusammen und entwickelt gemeinsam Workshops, Veranstaltungen und Projekte zur Wissenschaftskommunikation und zum evidenzbasierten Entscheiden. Sie versteht sich als fachübergreifende Plattform innerhalb der GMDS und ist offen für alle Interessierten.

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Brigitte Strahwald

Brigitte Strahwald

Leitung

Erlangen

Prof. Dr. Odette Wegwarth

Prof. Dr. Odette Wegwarth

Leitung

Berlin

Tätigkeitsbericht

Tätigkeiten vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025

Im Rahmen der Jahrestagung der GMDS 2025 in Jena war die Arbeitsgruppe mit zwei sehr gut besuchten Veranstaltungen vertreten und setzte damit erneut wichtige Impulse im Bereich Wissenschaftskommunikation und evidenzbasiertes Entscheiden.

Bereits zum zweiten Mal wurde das erfolgreiche Format "Let’s talk about science" angeboten. Der Workshop widmete sich der Frage, wie transparente Wissenschafts- und Risikokommunikation gelingen kann, und analysierte anhand konkreter Beispiele gute sowie verbesserungswürdige Kommunikationsstrategien. Die Veranstaltung war vollständig ausgebucht und übertraf die erwartete Teilnehmendenzahl deutlich. Trotz räumlicher Enge tat dies der engagierten Mitarbeit und der regen Beteiligung an interaktiven Quizformaten keinen Abbruch. Die lebhafte Diskussion und das große Interesse unterstrichen die hohe Relevanz transparenter Kommunikation auch innerhalb der GMDS.

Das zweite Format der Arbeitsgruppe fand in Form eines Symposiums — "Transparenz durch Evidenz, Evidenz durch Transparenz" — statt und widmete sich der zentralen Frage, wie Evidenz zu mehr Transparenz im Gesundheitswesen beitragen kann – und umgekehrt, wie transparente Kommunikation die Generierung und Nutzung von Evidenz fördert. In vier pointierten Fachvorträgen beleuchteten Expert:innen die Wechselbeziehung zwischen Evidenz und Transparenz aus unterschiedlichen Perspektiven:

  • Innovative Visualisierungen zeitabhängiger Risiken zeigten neue Wege auf, medizinische Wahrscheinlichkeiten verständlicher darzustellen.
  • Ein "Risikokommunikations-Booster" für Journalist:innen demonstrierte, wie komplexe wissenschaftliche Evidenz sachgerecht und wirkungsvoll in die Öffentlichkeit vermittelt werden kann.
  • Die Rolle von Symptomchecker-Apps in der Selbst-Triage wurde kritisch hinsichtlich ihrer evidenzbasierten Validität und Genauigkeit analysiert.
  • Abschließend wurde diskutiert, wie eine partizipative Konsentierung im Kontext der elektronischen Patientenakte (ePA) gestaltet werden kann, um Transparenz und Vertrauen zu fördern, ohne die Anforderungen an Aufklärung zu reduzieren.

Darüber hinaus führte die Arbeitsgruppe im Rahmen der Jahrestagung eine ordnungsgemäße Mitgliederversammlung durch. Ziel war es, bestehende Aktivitäten weiterzuentwickeln, neue Impulse aufzunehmen und die strategische Ausrichtung der Arbeitsgruppe für die kommenden Jahre gemeinsam zu gestalten.