Zusatzweiterbildung Medizinische Informatik

Die Zusatzweiterbildung Medizinische Informatik qualifiziert Ärztinnen und Ärzte für die aktive Mitgestaltung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Sie vermittelt die Kompetenzen, digitale Gesundheitsversorgung, klinische Informationssysteme, datengetriebene Forschung und innovative Versorgungsstrukturen fachlich fundiert zu begleiten und weiterzuentwickeln. Damit eröffnet sie die Möglichkeit, an der Schnittstelle von Medizin, Informatik und Gesundheitsversorgung in einer interdisziplinären Profession tätig zu werden.

Im Mittelpunkt der Weiterbildung steht die systematische Verarbeitung medizinischer Informationen – von der Modellierung medizinischer Prozesse bis zur Konzeption, Entwicklung und Umsetzung informationsverarbeitender Systeme. Dabei verbindet sie medizinische Expertise mit fundierten Kenntnissen in Bereichen wie Datenmanagement, Datensicherheit, Informationssystemen und Datenanalyse.

Als zentrale Disziplin der Digitalisierung im Gesundheitswesen leistet die Medizinische Informatik einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Informationsverarbeitung, Entscheidungsunterstützung und Datennutzung. Die Zusatzweiterbildung schafft damit die Grundlage, die Gesundheitsversorgung von heute und die Medizin der Zukunft aktiv mitzugestalten.

Sie interessieren sich für die Zusatzweiterbildung Medizinische Informatik? In den nachfolgenden FAQ finden Sie alle wichtigen Informationen – von den Voraussetzungen über die Inhalte und den Ablauf bis hin zu den Anforderungen für den Erwerb der Zusatzbezeichnung.

FAQs

Für die Zusatzweiterbildung Medizinische Informatik sind grundsätzlich ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation erforderlich. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung können mit der Weiterbildung bereits nach 24 Monaten ärztlicher Tätigkeit starten.

Um die Zusatzbezeichnung Medizinische Informatik führen zu dürfen, müssen Ärzte neben einer 24 Monate ärztliche Tätigkeit folgende Anforderungen nachweisen.

  • 240 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Medizinische Informatik und zusätzlich
  • 480 Stunden in einer Einrichtung der medizinischen Informatik oder in einer IT Abteilung im Gesundheitswesen, ersetzbar durch eine Projektarbeit bei einem Weiterbildungsbefugten für Medizinische Informatik und zusätzlich
  • Medizinische Informatik gemäß Weiterbildungsinhalten unter Befugnis

Die Dauer der Zusatzweiterbildung variiert je nach Landesärztekammer. In den meisten Fällen beträgt sie rund dreieinhalb Jahre.

Die Zusatzweiterbildung Medizinische Informatik vermittelt in folgenden Schwerpunktthemen sowohl Kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse) sowie Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten) 

  • Angewandte Informatik
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Medizinische Dokumentation
  • Informations- und Kommunikationssysteme
  • Telemedizin und Telematik
  • Informationsmanagement
  • Entscheidungsunterstützung
  • Bild- und Biosignalverarbeitung
  • Management in der Gesundheits-IT
  • Biometrie und Epidemiologie in der Medizinischen Informatik

Weiterführende Informationen zu den Weiterbildungsinhalten finden Sie u.a. in der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) in der Fassung vom 03.07.2026 und im (Muster-)Kursbuch Medizinische Informatik.

Die Kurs-Weiterbildung kann zeitlich parallel zur praktischen Weiterbildung absolviert werden.

Folgende Kurse werden angeboten:

Fragen Sie bitte bei der jeweiligen Ärztekammer an, ob der Kurs anerkannt ist, bzw. MASTER anerkannt werden. Die zuständige Landesärztekammer informiert Sie auch über mögliche weitere Kursen und Weiterbildungsstätten.