Arbeitsgruppe

MI-Lehre in der Medizin

Ziele der Arbeitsgruppe

Auf der Beiratssitzung am 6. September 2015 wurde die Projektgruppe in eine Arbeitsgruppe überführt.

Die Arbeitsgruppe  „MI - Lehre in der Medizin“ wurde vom Fachausschuss Medizinische Informatik (FAMI) der GMDS und der GI eingerichtet vor dem Hintergrund, dass es bei der MI-Lehre in der Medizin in Deutschland einen großen Nachholbedarf gibt. Kenntnisse und Fähigkeiten aus der Medizinischen Informatik sind für alle Ärztinnen und Ärzte zunehmend von Bedeutung, beispielsweise zu den Themen Elektronische Patientenakte und digitale Bildverarbeitungssysteme.

Mehr als ein Viertel der ärztlichen Arbeitszeit wird für Dokumentationsprozesse aufgewendet, die zunehmend IT-basiert erfolgen. Eine orientierende Umfrage hat ergeben, dass derzeit an fast zwei Drittel der Medizinischen Fakultäten in Deutschland keine Hochschullehrer für MI verfügbar sind und an den übrigen Standorten die von der IMIA empfohlenen 40 h MI-Lehre für Medizinstudenten nicht erreicht werden. Die Projektgruppe soll daher den Ist-Zustand analysieren, einen Konsensus über Lehrinhalte herstellen und Vorschläge zur Verbesserung der Situation erarbeiten.

Tätigkeiten der Arbeitsgruppe:

Tätigkeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017

Bei der Arbeitsgruppensitzung am 18.09.2017 in Oldenburg wurden Erfahrungen und Fortschritte bei der Nutzung von unterschiedlichen Lernzielplatformen diskutiert. Der Nationale Kompetenzbasierte Lernzielkatalog Medizin (NKLM) gewinnt an den Medizinischen Fakultäten zunehmend an Bedeutung. Ein Großteil der von der Arbeitsgruppe abgestimmten Lernziele sind im NKLM berücksichtigt. Lernzielplatformen wie MERLIN[1] oder LOOOP[2] aber auch Eigenentwicklungen (z.B. Aachen Catalogue of Learning Objectives[3], kurz: ACLO) ermöglichen eine Kodierung standorteigener Lernziele mit NKLM-spezifischen Lernzielcodes. Dies ermöglicht in Zukunft den systematischen und automatisierten Vergleich von Lernzielen den unterschiedlichen Standorten, aber auch zwischen der Medizininformatik und inhaltlich verwandten Fächern (z.B. Biometrie oder Gesundheitsökonomie) oder klinischen Fächern (z.B. Bildverarbeitung in der Radiologie).

Die Mappingprozesse haben bereits u.a. in Münster und Hannover begonnen und sind nach der ersten Iteration abgeschlossen, andere Standorte werden ermuntert sich dieser Entwicklung mit eigenen oder externen Lernzielplatformen anzuschließen.

Die Arbeitsgruppe fasst zusammen, dass ein Mapping zwischen NKLM Lernzielen und standortinternen Lernzielen aufwendig, teilweise nicht eindeutig aber dennoch notwendig ist, um Lernziele auch in Zukunft standortintern und –übergreifend besser abzustimmen.

Herr Dugas wurde vom FAMI für das IMPP als Experte für Prüfungsfragen in der Medizininformatik vorgeschlagen. Hierzu wird über den Email-Verteiler der Arbeitsgruppe Ende 2018 eine Einladung zum Einsenden von Medizininformatik MC-Fragen verschickt. Diese Sammlung dient der Orientierung und Abstimmung von Prüfungsfragen für die schriftliche Prüfung des 2. Staatsexamens. Es ist geplant, dass alle Standorte, die ihre MC-Fragen der Arbeitsgruppe zur Verfügung stellen auch Einblick in die MC-Fragen der anderen Standorte erhalten werden.



[1] O. Fritz, M. Boecker, M. Gornostayeva, S. Durante, J. Griewatz, W. Öchsner, E. Narziß, A. Wosnik, M. Lammerding-Köppel. Kompetenzorientiertes Curriculummapping im MERlin-Projekt: eine Online-Datenbank als Tool zur gezielten curricularen Weiterentwicklung. Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Hamburg, 25.-27.09.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocV232. DOI: 10.3205/14gma255
[2] looop.charite.de
[3] www.ukaachen.de/en/clinics-institutes/institut-fuer-medizinische-informatik/all-research-reports/research/artikel/rwth-aachen-medicine-model-curriculum-supported-by-online-catalogue-of-learning-objectives.html