Epidemiologie der Arbeitswelt
Der AK Epidemiologie der Arbeitswelt versucht darüber Erkenntnisse zu gewinnen, wie Arbeitsbedingungen, berufliche Belastungen und neue Formen der Arbeit die Gesundheit beeinflussen und wie arbeitsbedingte Erkrankungen verhindert werden können. Der Arbeitskreis wird gemeinsam von GMDS, der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention getragen.
Themen
Gesundheit in der Arbeitswelt erforschen
Der Arbeitskreis untersucht den Einfluss von Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit von Beschäftigten. Im Mittelpunkt stehen arbeitsbedingte Erkrankungen, gesundheitliche Risiken sowie die Entwicklung wirksamer Präventionsstrategien für unterschiedliche Berufsgruppen.
Epidemiologische Methoden weiterentwickeln
Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung epidemiologischer Methoden für die Arbeitswelt. Dazu gehören unter anderem Empfehlungen für systematische Reviews, die Bewertung wissenschaftlicher Evidenz sowie die Entwicklung von Standards für hochwertige arbeitsepidemiologische Forschung.
Aktuelle Herausforderungen der Arbeitswelt analysieren
Der Arbeitskreis beschäftigt sich mit gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen, die Auswirkungen auf die Gesundheit von Beschäftigten haben. Dazu zählen beispielsweise der demografische Wandel, neue Arbeitsformen, Digitalisierung, Arbeitszeitmodelle sowie psychosoziale und physische Belastungen am Arbeitsplatz.
Wissenschaftlichen Austausch fördern
Durch Workshops, Fachforen und Beiträge auf wissenschaftlichen Tagungen schafft der Arbeitskreis eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Arbeitsmedizin und Public Health. Gleichzeitig fördert er die Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachgesellschaften und weiteren Partnern.
Tätigkeitsbericht
Tätigkeit vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025
1. White Paper „Auswirkungen des demographischen Wandels“
Der DGEpi‑Vorstand hat zur Vorbereitung der Jahrestagung 2025 ein White Paper initiiert und dafür einen Fragenkatalog zu zukünftigen Forschungsfragen sowie methodischen Herausforderungen erstellt. Die Arbeitsgruppen beantworteten diese Fragen aus ihren jeweiligen Perspektiven; unsere Arbeitsgruppe tat dies aus Sicht der Arbeitsepidemiologie. Aus allen Antworten wurde eine Themenliste für das White Paper entwickelt, wobei sich unsere Gruppe für das Thema „Auswirkungen des demografischen Wandels“ entschied. Die gemeinsame Schreibgruppe (AG03, AG14, AG17) zu diesem Thema hat ihren Beitrag zum White Paper fristgerecht im Januar 2025 eingereicht. An diesem Abschnitt wirkten zahlreiche Mitglieder mit. Die Schreibgruppe war zudem an der Revision des White Papers beteiligt und entwickelt aktuell einen eigenständigen Artikel zum demografischen Wandel, der sich speziell an Ärztinnen und Ärzte richtet.
2. Good Practice Recommendations for Occupational Epidemiological Systematic Reviews
Die Best-Practice-Empfehlungen und Instrumente für die Durchführung von guten systematischen Reviews für Beobachtungsstudien aus dem beruflichen Umfeld sind finalisiert und von fünf von den einschlägigen Fachgesellschaften verabschiedet (DGEpi, DGSMP, GMDS, DGAUM und EbM-Netzwerk). Die Empfehlungen sind online veröffentlicht (siehe unten) und ebenfalls auf den Seiten der DGEpi und DGSMP verlinkt.
Seidler A, Hegewald J, Behrens T, Bolm-Audorff U, Drossard C, Freiberg A, Gabriel K, Gefeller O, Girbig M, Jöckel K.-H., Petereit-Haack G, Romero Starke K, Schlattmann P, Schröder C, Schubert M, Smolinska J, Wendt A, Wolf R. Gute Praxis arbeitsepidemiologische systematische Reviews (GPAR). Stand: 22.03.2025. Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk), 2025. Seiten: 54, PDF-Datei, DOI: https://doi.org/10.25368/2025.367
3. Teilnahme am Retreat des Fachbereich Biometrie der GMDS und am Treffen zum White-Paper Epidemiologie der DGEpi in Verbindung mit anderen Fachgesellschaften im ersten Quartal 2025
Der AK Epidemiologie der Arbeitswelt nahm aktiv am „Retreat der Biometrie“ der GMDS am 26.–27.02.2025 in Hannover teil. Ziel des Treffens war es, die Sichtbarkeit der Biometrie und der Epidemiologie innerhalb der GMDS zu stärken, die interne und externe Vernetzung auszubauen und die Außendarstellung beider Fachbereiche zu verbessern. Darüber hinaus beteiligte sich der AK am gemeinsamen Workshop zum White Paper der DGEpi mit dem Fachausschuss Epidemiologie der GMDS und Vertretern anderer Fachgesellschaftenam 30.-31.03.2025 in Kassel. Neben der Besprechung des White Papers standen hier ebenfalls Fragen zur zukünftigen Ausrichtung,Organisation und Zusammenarbeit Fachgesellschaften im Bereich der Epidemiologie im Mittelpunkt.
4. 2. April 2025, Forum Epidemiologie „Demographischer Wandel"
Das Forum Epidemiologie fand am 02. April 2025 im Rahmen der 65. Wissenschaftlichen Jahrestagung der DGAUM in Wuppertal statt. Das diesjährige Thema war der „Demographische Wandel“. Im Fokus stand, wie der Demographische Wandel Einfluss auf die Arbeitswelt nimmt und welche gesellschaftlichen Veränderungen damit verbunden sind. Folgende Vorträge wurden gehalten:
- Mit der Tätigkeit korrelierende ungleiche statistische Lebenserwartung: Ist das gleiche Rentenalter diskriminierend? (Johann Behrens)
- Die Länge des Erwerbslebens in Deutschland (Christan Dudel)
- From Efficiency to Illness: Do Highly Automatable Jobs Take a Toll on Health in Germany? (Mariia Vasiakina)
5. 11. April 2025, Sprecherwahl der AG/AK Epidemiologie der Arbeitswelt
Im Jahr 2025 fand die Sprecherwahl der AG/AK Epidemiologie der Arbeitswelt, die von den vier Fachgesellschaften DGEpi, GMDS, DGAUM und DGSMP getragen wird, online statt. Die Mitglieder und der Vorsitzende der GMDS wurden fristgerecht eingeladen, und die Wahlversammlung wurde am 11. April 2025 durchgeführt. Zur Wiederwahl standen Janice Hegewald und Jean-Baptist du Prel; neu kandidierte Benjamin Kendzia. Katarzyna Burek trat nicht erneut an.
Die Abstimmung erfolgte über das Online-Tool Slido Insgesamt nahmen 14 Stimmberechtigte, einschließlich der Kandidierenden, teil. In einer offenen Wahl mit einem Wahlgang wurde der Wahlvorschlag nahezu einstimmig angenommen: 13 Stimmen entfielen auf den Vorschlag, es gab keine Gegenstimme und eine Enthaltung. Damit wurden Janice Hegewald, Benjamin Kendzia und Jean‑Baptist du Prel als gleichberechtigte Sprecher*innen für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt. Alle drei nahmen die Wahl mündlich an.
6. Mai 2025, AWMF-Leitlinie „Einsatz von Exoskeletten im beruflichen Kontext zur Primär-, Sekundär-, und Tertiärprävention von arbeitsassoziierten muskuloskelettalen Beschwerden“ – Mandatsträger AWMF-Register Nr. 002/046 Klasse: S2k
Für die Überarbeitung der Leitlinie war Dr. Falk Liebers als Mandatsträger der DGSMP im Einsatz. Stellvertretende Mandatsträgerin war Dr. Janice Hegewald. Die letzte Konsentierung der Änderungen fand in Mai 2025 statt.
7. 7.-11. September 2025, Teilnahme an der Jahrestagung der GMDS in Jena
8. 16. September 2025, Online-Mitgliederversammlung
Am 16. September 2025 fand unsere Online-Mitgliederversammlung der AG/AK statt. Zu Beginn begrüßte der neu gewählte Vorstand die anwesenden Mitglieder und stellte sich kurz vor. Anschließend folgte ein Überblick über den aktuellen Stand der Arbeitsgruppenaktivitäten, einschließlich laufender Projekte und geplanter Schwerpunkte.
Ein zentraler Tagesordnungspunkt war das White Paper Epidemiologie, zu dem die AG/AK weiterhin aktiv beiträgt. Darüber hinaus wurde das geplante „Forum Epidemiologie“ im Rahmen der DGAUM‑Tagung 2026 vorgestellt. Als thematischer Schwerpunkt wurde die lange Arbeitszeit und deren gesundheitliche Folgen vorgeschlagen, der in den letzten Monaten des Jahres weiter ausgearbeitet werden soll.
Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden mögliche Workshop‑Formate und Themen für das Jahr 2026. Ziel ist es, innovative und praxisnahe Angebote zu entwickeln, die sowohl wissenschaftliche als auch anwendungsorientierte Aspekte der Arbeitsepidemiologie abdecken. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Gewinnung neuer Mitglieder, um die Sichtbarkeit und Schlagkraft der AG/AK langfristig zu stärken.
Weitere Aktivitäten des Arbeitskreises
Wie in den vergangenen Jahren beteiligte sich der AG/AK wieder am Peer-Review der Abstracts der Jahrestagungen der DGEpi, GMDS und DGSMP.