Arbeitsgruppe

Technologiegestütztes Lehren und Lernen in der Medizin

Die Arbeitsgruppe Technologiegestütztes Lehren und Lernen in der Medizin (TeLL) beschäftigt sich mit der digitalen Transformation der medizinischen Aus-, Fort- und Weiterbildung. Sie entwickelt und diskutiert innovative Konzepte für den Einsatz digitaler Technologien, moderner Lehr-Lern-Methoden und Künstlicher Intelligenz in der medizinischen Ausbildung.

Themen

Digitale Lehre weiterentwickeln

Die Arbeitsgruppe entwickelt und bewertet innovative Lehr- und Lernkonzepte für die medizinische Ausbildung. Im Mittelpunkt stehen digitale Lehrformate, virtuelle Lernumgebungen und moderne didaktische Ansätze, die eine zukunftsorientierte Ausbildung unterstützen.

Künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz in der medizinischen Lehre. Die Arbeitsgruppe diskutiert Chancen, Herausforderungen und didaktische Konzepte für einen verantwortungsvollen und lernförderlichen Einsatz von KI.

Digitale Kompetenzen fördern

Die Arbeitsgruppe setzt sich dafür ein, digitale Kompetenzen als festen Bestandteil der medizinischen Ausbildung zu etablieren. Sie begleitet die Entwicklung entsprechender Curricula und unterstützt den Austausch zu neuen Anforderungen der digitalen Transformation im Gesundheitswesen.

Austausch und Vernetzung stärken

Die Arbeitsgruppe fördert den interdisziplinären Austausch zwischen Medizin, Informatik und Hochschuldidaktik. Durch Workshops, Publikationen und gemeinsame Projekte mit weiteren Fachgesellschaften trägt sie dazu bei, Erfahrungen zu teilen und innovative Lehrkonzepte gemeinsam weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen

Mitglieder der Arbeitsgruppe

PD Dr. Bernd Romeike

PD Dr. Bernd Romeike

Leitung

Rostock

Dr. Daniel Tolks

Dr. Daniel Tolks

Leitung

Marie-Christin Willemer

Marie-Christin Willemer

Stellvertretung

Dresden

Tätigkeitsbericht

Tätigkeit vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025

Künstliche Intelligenz (KI)

Im Jahr 2025 stellte das Thema Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere generative KI, einen zentralen inhaltlichen Schwerpunkt der AG TeLL dar. Die Arbeitsgruppe brachte sich aktiv in die fachliche Diskussion sowie in die Entwicklung und Reflexion didaktischer Konzepte ein und wirkte maßgeblich an entsprechenden Aktivitäten innerhalb der Fachcommunity mit.

Ein herausragendes Ereignis war der Thementag „KI in der medizinischen Ausbildung“ am 21.07.2025 mit 42 Teilnehmenden Die beiden Keynotes setzten zentrale inhaltliche Impulse. Michael Sailer (Universität Augsburg) beleuchtete differenziert die Chancen und Risiken von KI für Lernprozesse und zeigte insbesondere auf, wie sich KI auf kognitive Prozesse, Lernstrategien und die Tiefe wissenschaftlicher Auseinandersetzung auswirken kann. Ergänzend stellte Zoe Oftring (Philipps-Universität Marburg) innovative Blended-Learning-Konzepte zur Vermittlung von KI-Kompetenzen vor und diskutierte, wie Studierende systematisch auf den reflektierten Umgang mit KI vorbereitet werden können. In den anschließenden Arbeitsphasen standen insbesondere Fragen der Qualifizierung von Lehrenden und Studierenden, ethisch-rechtliche Rahmenbedingungen sowie der kompetente und reflektierte Einsatz von KI im Mittelpunkt. Als zentrales Ergebnis kristallisierte sich ein breiter Konsens heraus, dass KI als unterstützendes Werkzeug in die Lehre integriert werden sollte, ohne grundlegende akademische Kompetenzen zu ersetzen.

Die bestehende Padlet-Sammlung zu generativer KI wurde im Berichtsjahr intensiv weiterentwickelt und ausgebaut.

Die Aktivitäten der AG TeLL fanden auch auf der GMA-Jahrestagung 2025 in Düsseldorf ihren Niederschlag. Im Rahmen eines Symposiums am 08.09.2025 zum Thema „(Generative) Künstliche Intelligenz in der medizinischen Ausbildung“ wurden unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und aktuelle Entwicklungen diskutiert. Beiträge aus der AG adressierten dabei unter anderem Potenziale, Herausforderungen und offene Fragen generativer KI für die medizinische Ausbildung sowie deren Bedeutung für die Lehrforschung. Das Symposium bot darüber hinaus Raum für einen intensiven interaktiven Austausch und unterstrich die Notwendigkeit einer standortübergreifenden Zusammenarbeit im Umgang mit dieser dynamischen Entwicklung

Virtual Reality (VR)

Neben KI bildete Virtual Reality (VR) einen zweiten zentralen Schwerpunkt der AG TeLL. Innerhalb der Arbeitsgruppe wurde die thematische Unterarbeitsgruppe „Virtual Reality“ (VR-AG) kontinuierlich weitergeführt und weiterentwickelt.

Die VR-AG fungiert als standortübergreifendes Netzwerk, in dem Lehrende, Forschende und Entwickler:innen gemeinsam an der Weiterentwicklung immersiver Lehrformate arbeiten. Im Berichtsjahr fanden regelmäßige Treffen statt, in denen Projekte vorgestellt, Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Fragestellungen diskutiert wurden. Diese kontinuierliche Vernetzung trägt wesentlich zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung von VR-gestützter Lehre bei.

Ein besonderer Fokus lag auf einer umfassenden Status-quo-Erhebung zum Einsatz von Virtual Reality in der medizinischen Ausbildung in der DACH-Region. Die zugrunde liegende Onlinebefragung umfasste 53 Rückmeldungen aus 36 Standorten und zeigte, dass bereits mehr als die Hälfte der medizinischen Fakultäten VR aktiv in der Lehre einsetzen, während weitere Standorte entsprechende Anwendungen entwickeln . Als zentrale Einsatzbereiche wurden insbesondere die Simulation klinischer Situationen, die Schulung praktischer Fertigkeiten sowie die Förderung nicht-technischer Kompetenzen identifiziert.

Gleichzeitig wurden Herausforderungen wie technische Infrastruktur, Finanzierung und Datenschutz deutlich, die eine nachhaltige Integration erschweren. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung sowie standardisierter Evaluationsansätze. Die Studie mündete in die Publikation:

Willemer M-C, Meyerheim M, Mergen M, Schulze H, Eiler TJ, Mayer L, Romeike B, Hätscher O, Speidel R, Junga A. Current use of virtual reality in medical education in Germany, Austria, and Switzerland: Results of an online survey among medical faculties. GMS Journal for Medical Education 2025; 42.

Die Ergebnisse wurden zudem auf der GMA-Jahrestagung 2025 im Rahmen eines Vortrags am 09.09.2025 präsentiert und zur Diskussion gestellt. Der Beitrag verdeutlichte sowohl den aktuellen Stand als auch zukünftige Entwicklungsperspektiven und stärkte die Sichtbarkeit der VR-AG innerhalb der Fachcommunity.

Ausblick

Für die kommenden Jahre plant die AG TeLL, ihre Aktivitäten in den Themenfeldern KI und Virtual Reality weiter auszubauen. Daneben wird der Austausch mit den Ausschüssen der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung zum Thema KI in der medizinischen Ausbildung intensiviert. Ebenso steht die curriculare Verankerung digitaler Kompetenzen von Medizinstudierenden im Fokus. Ziel ist es, die evidenzbasierte Weiterentwicklung technologiegestützter Lehre in der Medizin nachhaltig zu unterstützen.