Health Technology Assessment
Die Arbeitsgruppe Health Technology Assessment (HTA) beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Bewertung von Gesundheitstechnologien. Ziel ist es, evidenzbasierte Grundlagen für Entscheidungen im Gesundheitswesen zu schaffen und die methodische Weiterentwicklung von Health Technology Assessments zu fördern.
Themen
Gesundheitstechnologien evidenzbasiert bewerten
Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Bewertung von Gesundheitstechnologien auf Grundlage systematischer und transparenter Methoden. Ziel ist es, belastbare Entscheidungsgrundlagen für Versorgung, Gesundheitspolitik und Regulierung bereitzustellen.
HTA-Methoden weiterentwickeln
Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von methodischen Forschungsarbeiten im Bereich Health Technology Assessments und systematischer Reviews. Dabei werden unter anderem Fragen der Studienplanung, der Evidenzgenerierung sowie der Bewertung neuer methodischer Ansätze diskutiert.
Evidenz für Entscheidungen stärken
Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit aktuellen Herausforderungen der Nutzenbewertung, beispielsweise dem Einsatz von Real World Data und Real World Evidence, der Bewertung von Medizinprodukten sowie der Einbindung gesundheitsökonomischer Analysen in HTA-Verfahren.
Interdisziplinären Austausch fördern
Die Arbeitsgruppe vernetzt Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen und organisiert gemeinsame Workshops mit weiteren GMDS-Arbeitsgruppen und Fachgesellschaften. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen im Health Technology Assessment gemeinsam zu diskutieren und den Wissenstransfer zwischen Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik zu stärken, sowohl natiional als auch international.
Weitere Informationen
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Publikationen
Tätigkeitsbericht
Tätigkeit vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025
Workshop Jahrestagung 2025
Kirsten Herrmann führte zusammen mit Tim Mathes als Leiterin der AG Methodik Systematischer Reviews, im Rahmen der GMDS Tagung in Jena einen Workshop durch mit dem Titel „Evidenzsynthesemethoden in Situationen mit sehr wenigen und kleinen Studien“. Es konnten mehr als 30 Teilnehmer am 09.09.2025 in diesem Workshop begrüßt werden.
Liegen zum Zeitpunkt, an dem eine Zulassungs- oder Vergütungsentscheidung gefordert wird, nur wenige randomisierte Studien (RCTs) für die zu bewertende Intervention vor, dann sollten sämtliche der vorhandenen hochwertigen Daten aus vergleichenden Studien bestmöglich genutzt werden. Evidenzsynthesen stellen hier das Mittel der Wahl dar, da sie die Power gegenüber einer einzelnen Studie erhöhen. Allerdings bestehen bei wenigen Studien und/oder kleinen Fallzahlen besondere Anforderungen an die statistischen Methoden, da „Standardmethoden“, die für größere Datenmengen konzipiert wurden, hier häufig keine zufriedenstellenden Schätzungen liefern. Zudem liegen zusätzlich zu RCTs mitunter bereits nicht randomisierte Studien (NRSs) vor. Es stellt sich somit die Frage, ob und wie diese Daten ergänzend genutzt werden können. Hier könnte unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere einer ausreichenden methodischen Qualität der NRS, die Nutzung von neuen Ansätzen der Evidenzsynthese zur Verknüpfung von RCTs und NRSs erwogen werden. Diese können zum einen die Heterogenität zwischen RCTs und NRSs berücksichtigen und zum anderen ggf. Unterschiede bzgl. des Risikos für Verzerrung, z.B. über unterschiedliche Gewichtung, Rechnung tragen.
Im Workshop wurden mögliche methodische Ansätze, die in solchen Situationen mit spärlicher Datenlage infrage kommen, vorgestellt und deren Potenzial und mögliche Limitation für die praktische Anwendung diskutiert.
Schlüsselwörter: Evidenzsynthesen, Metanalysen, wenige Studien, kleine Fallzahlen, wenige Ereignisse, seltene Erkrankungen
Vorträge:
- Ralf Bender (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Ressort Medizinische Biometrie): „Probleme und Lösungsansätze für Evidenzsynthesen mit sehr wenigen Studien“
- Tim Mathes (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Ressort Gesundheitsökonomie; Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik): „Evidenzsynthese- und Metanalysemethoden zur Verknüpfung von randomisierten und nicht-randomisierten Studien“
- Christian Röver (Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik): „Dynamische Unterstützung durch Shrinkage-Schätzung zur Verknüpfung von randomisierten und nicht-randomisierten Studien“
Direkt im Anschluss hat die jährliche AG-Sitzung stattgefunden.
Neuwahlen im Dezember 2025
Die AG HTA wurde 2025 mit neuer Leitung besetzt. Neugewählt wurden am 4.12.2025 AG Leitung Dr. Kirsten Herrmann, Pharming (vorher Leiterin AG Systematik Reviews), Stellvertretungen: Dr. Sakia Trescher, Pfizer und Prof. Peter Schlattmann, Universität Jena. Das neue Team wird sich zuerst mit dem JCA beschäftigen und ist offen für die Themen , die auch von den Mitgliedern der AG eingebracht werden. Alric Rüther, IQWiG und Petra Schnell-Inderst, UMIT Hall, standen nicht mehr zur Verfügung. Beide hatte die AG viele Jahre lang mit großem Elan geleitet. An dieser Stelle einen herzlichen Dank dafür.