Arbeitskreis

Gesundheitsökonomie

Der Arbeitskreis Gesundheitsökonomie fördert die Weiterentwicklung gesundheitsökonomischer Methoden und deren Anwendung in Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik. Er vernetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen und unterstützt den Austausch zwischen Methodik, Praxis und gesundheitspolitischer Entscheidungsfindung.

Themen

Gesundheitsökonomische Methoden weiterentwickeln

Der Arbeitskreis beschäftigt sich mit der Entwicklung und Anwendung gesundheitsökonomischer Evaluationsmethoden. Dazu gehören Kosten-Effektivitäts-Analysen, entscheidungsanalytische Modellierung, Kausalinferenz sowie Methoden zur Bewertung medizinischer Interventionen und Versorgungskonzepte.

Evidenz für Entscheidungen schaffen

Ein Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Unterstützung gesundheitsbezogener Entscheidungen. Der Arbeitskreis entwickelt Methoden weiter, mit denen medizinischer Nutzen, Kosten und Ressourcenbedarf systematisch bewertet und evidenzbasierte Entscheidungen im Gesundheitswesen unterstützt werden können.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern

Der Arbeitskreis arbeitet eng mit weiteren GMDS-Arbeitsgruppen und - kreisen, insbesondere mit der AG Health Technology Assessment, der AG Systematische Reviews und der AG Medical Decision Making, zusammen. Gemeinsame Workshops und wissenschaftliche Aktivitäten stärken den Austausch zwischen Gesundheitsökonomie, Informatik, Biometrie, Epidemiologie und Versorgungsforschung.

Wissen vermitteln und qualifizieren

Durch Workshops, Seminare und Fortbildungsveranstaltungen vermittelt der Arbeitskreis aktuelle Methoden der Gesundheitsökonomie und gesundheitsökonomischen Entscheidungsanalyse. Ziel ist es, Forschende und Fachkräfte bei der Anwendung moderner Bewertungs- und Modellierungsverfahren zu unterstützen.

Nationale und internationale Vernetzung stärken

Der Arbeitskreis fördert den wissenschaftlichen Austausch mit nationalen und internationalen Fachgesellschaften und trägt dazu bei, gesundheitsökonomische Forschung in Deutschland sichtbar zu machen. Dabei werden aktuelle Entwicklungen aus Wissenschaft und Gesundheitspolitik aufgegriffen und in die Arbeit des Arbeitskreises eingebunden.

Neuigkeiten

Internationales

Der Leiter des AK-GÖ Uwe Siebert wurde für die Amtsperiode 2025-2026 zum Präsidenten der internationalen wissenschaftlichen Fachgesellschaft ISPOR – The Professional Society for Health Economics and Outcomes Research gewählt. Die ISPOR hat ca. 20.000 Mitglieder. Die Mission der ISPOR besteht darin, die Exzellenz in Health Economics and Outcomes Research zu fördern, um die Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen weltweit zu verbessern.

Mitglieder des Arbeitskreises

Prof. Dr. Uwe Siebert

Prof. Dr. Uwe Siebert

Leitung

Hall

Dr. Ansgar Hebborn

Dr. Ansgar Hebborn

Stellvertretung

Basel

Tätigkeitsbericht

Tätigkeit vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025

Im Berichtszeitraum wurden ein Workshop und 2 Lehrveranstaltungen abgehalten. Dabei hat der AK Gesundheitsökonomie wie in der Vergangenheit mit anderen Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen der GMDS (s.u.) zusammengearbeitet

Workshop

Die AG Health Technology Assessments, die AG Methodik Systematische Reviews, die AG Medical Decision Making und der AK Gesundheitsökonomie und haben im Rahmen der GMDS Jahrestagung in Jena unter Federführung von Kirsten Herrmann und Tim Mathes am 9. September 2025 folgenden gemeinsamen interdisziplinären Workshop durchgeführt:

„Evidenzsynthesemethoden in Situationen mit sehr wenigen und kleinen Studien“

Der Workshop sollte einen Beitrag zu einer besseren Ausnutzung spärlicher Evidenz leisten. Am Workshop nahmen mehr als 30 Personen teil.

Beschreibung des Workshops:

Der interdisziplinäre Workshop der AGs/AKs HTA, Methodik Systematischer Reviews, Gesundheitsökonomie und Medical Decision Making beschäftigte sich mit einer besseren Ausnutzung spärlicher Evidenz. Oftmals liegen zum Zeitpunkt, an dem eine Zulassungs- oder Vergütungsentscheidung gefordert wird, nur wenige randomisierte Studien (RCTs) für die zu bewertende Intervention vor. Daher sollten sämtliche der vorhandenen hochwertigen Daten aus vergleichenden Studien bestmöglich ausgenutzt werden. Evidenzsynthesen stellen hier das Mittel der Wahl dar, da sie die Power gegenüber einer einzelnen Studie erhöhen. Allerdings bestehen bei wenigen Studien und/oder kleinen Fallzahlen besondere Anforderungen an die statistischen Methoden, da „Standardmethoden“, die für größere Datenmengen konzipiert wurden, hier häufig keine zufriedenstellenden Schätzungen liefern. Zudem liegen zusätzlich zu RCTs mitunter bereits nicht randomisierte Studien (NRSs) vor. Es stellt sich somit die Frage, ob und wie diese Daten ergänzend genutzt werden können. Hier könnte unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere einer ausreichenden methodischen Qualität der NRS, die Nutzung von neuen Ansätzen der Evidenzsynthese zur Verknüpfung von RCTs und NRSs erwogen werden. Diese können zum einen die Heterogenität zwischen RCTs und NRSs berücksichtigen und zum anderen ggf. Unterschiede bzgl. des Risikos für Verzerrung, z.B. über unterschiedliche Gewichtung, Rechnung tragen. 
Im interdisziplinären Workshop wurden in verschiedenen Vorträgen mögliche methodische Ansätze für Situationen mit spärlicher Datenlage vorgestellt und mit den Teilnehmenden hinsichtlich deren Potenzial und Limitation in der Praxis diskutiert. 

Folgende Vorträge waren Teil des Workshops:

  • „Probleme und Lösungsansätze für Evidenzsynthesen mit sehr wenigen Studien“. Ralf Bender (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Ressort Medizinische Biometrie)
  • „Evidenzsynthese- und Metanalysemethoden zur Verknüpfung von randomisierten und nicht-randomisierten Studien“. Tim Mathes (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Ressort Gesundheitsökonomie; Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik)
  • „Dynamische Unterstützung durch Shrinkage-Schätzung zur Verknüpfung von randomisierten und nicht-randomisierten Studien“. Christian Röver (Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik)

Lehrveranstaltungen

Vom 21.-23- Mai 2025 wurde ein 3-tägiges Seminar ‚Klinische und gesundheitsökonomische Entscheidungsanalyse und Markov-Modellierung‘ mit Softwarepraktikum in München abgehalten.

Dieses Seminar wurde durchgeführt mit Unterstützung des GMDS-AK Gesundheitsökonomie, der GMDS-AG Medical Decision Making, der DGEpi Querschnittsinitiative Causal Inference, dem Continuing Education Program for HTA and Decision Science (HTADS, www.htads.org) des Departments für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment an der UMIT TIROL – University for Health Sciences and Technology, Hall in Tirol (Leiter: Prof. Uwe Siebert), sowie dem Studiengang Master of Public Health am Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Der Kurs richtet sich vorzugsweise an Studierende, Ärzt*innen, Epidemiolog*innen, Gesundheitsökonom*innen, Gesundheitspolitiker*innen sowie Wissenschaftler*innen und Mitarbeiter*innen relevanter Organisationen im Gesundheitswesen, die sich im Bereich der systematischen Evaluation von klinischen oder gesundheitspolitischen Entscheidungen weiterbilden möchten.

Zentraler Inhalt dieses Seminars waren Einführung, Vertiefung und Anwendung der Konzepte und Methoden in den Bereichen entscheidungsanalytische Modellierung zur systematischen und quantitativen Bewertung von Konsequenzen gesundheitsbezogener Entscheidungen, gesundheitsökonomische Evaluation, Programmierung von Entscheidungsbäumen mit entscheidungsanalytischer Software, entscheidungsanalytische Markov Modelle, Unsicherheitsanalyse, Good Modeling Practice, HTA-Anwendungsbeispiele aus der Benefit-Harm-Analyse und der Kosteneffektivitätsanalyse und ein Ausblick zu neueren methodischen Ansätzen. Der Workshop beinhaltete ein Softwarepraktikum zur Erstellung eines Markov Modells.

Am Kurs nahmen 12 Personen teil. Diese Lehrveranstaltung soll im Sommer 2026 wiederholt werden. 

Vom 27.-29. Januar 2025 wurde mit Unterstützung des AK Gesundheitsökonomie, der AG Medical Decision Making und dem Continuing Education Program for Health Technology Assessment and Decision Science (www.htads.org) der UMIT TIROL – University for Health Sciences and Technology ein 3-tägiger Blockkurs ‚Introduction to Health Technology Assessment and Health Economics ‘ abgehalten.

Diese Veranstaltung soll 2026 wiederholt werden.

Internationales

Der Leiter des AK-GÖ Uwe Siebert wurde für die Amtsperiode 2025-2026 zum Präsidenten der internationalen wissenschaftlichen Fachgesellschaft ISPOR – The Professional Society for Health Economics and Outcomes Research gewählt. Die ISPOR hat ca. 20.000 Mitglieder. Die Mission der ISPOR besteht darin, die Exzellenz in Health Economics and Outcomes Research zu fördern, um die Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen weltweit zu verbessern.