Arbeitsgruppe

Wissensbasierte Systeme in der Medizin

Ziele der Arbeitsgruppe

Ziel der Arbeitsgruppe ist die Vertiefung der Kooperation in der Forschungs- und Entwicklung, beim Einsatze und zur Evaluation Wissensbasierter Systeme in der Medizin.
Die AG erarbeitet Empfehlungen und Best Practices u.a. zur Wissenserhebung und -repräsentation, zur formativen und summativen Evaluation sowie zur Integration wissensbasierter Komponenten in klinische Informationssysteme.

Tätigkeiten der Arbeitsgruppe

Tätigkeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017

Die Arbeitsgruppe „Wissensbasierte Systeme in der Medizin (WBS)“ richtete am 24. April 2017 einen von PD Dr. C. Spreckelsen (Aachen) und Dr. S. Kraus (Erlangen) moderierten Workshop im Rahmen des von GMDS und BVMI veranstalteten Satellitenprogramms zur ConhIT 2017 aus. Eingeladene Vortragende referierten zum Thema „Entscheidungsunterstützung und Datenintegration: Gekoppelte Triebwerke für medizinischen Fortschritt“. Ziel des Workshops war es, Chancen herauszuarbeiten, die aus der wechselseitigen Kopplung von Datenintegration und Entscheidungsunterstützung entstehen, und aktuelle Ansätze dazu vorzustellen.

Ein von S. Kraus federführend durchgeführtes Teilprojekt innerhalb der GMDS-AG Wissensbasierte Systeme beschäftigte sich mit der Entwicklung einer auf dem etablierten Arden-Syntax-Standard basierenden domänenspezifischen Sprache namens PLAIN, die den Begriff der klinischen Entscheidungsunterstützung sehr weit auffasst.

Ein Prototyp wurde im September 2017 auf der GMDS-Jahrestagung in Oldenburg vorgestellt (Generalizing the Arden Syntax to a Common Clinical Application Language. Studies in health technology and informatics 2018;247:675–679). Zudem erschien ein Artikel zu PLAIN in der Mitgliederzeitschrift MDI des BVMI (Eine experimentelle Weiterentwicklung der Arden-Syntax, MDI 4-2017). Im Zuge der anstehenden Herausgabe einer Ausführungsumgebung für Forschung und Lehre gab es zunächst noch einiges an Grundlagenforschung zu leisten. Dazu wurden die recht komplexen BNF-Grammatiken der Arden-Syntax und der von PLAIN einer Analyse unterzogen, um die Seiteneffektfreiheit auf der syntaktischen Ebene nachweisen zu können. Eine Publikation zu dieser Untersuchung befindet sich aktuell in der Veröffentlichung (A Detailed Analysis of the Arden Syntax Expression Grammar. Journal of biomedical informatics 2018).

Parallel zu diesen Arbeiten wurde im Rahmen einer Masterarbeit der Prototyp einer Usability-evaluierten einfachen Entwicklungsumgebung für Wissensmodule erstellt. Diese Umgebung soll bei der kommenden AG-Sitzung in Osnabrück im September 2018 vorgestellt werden.

Im Kontext der eHealth-Tagung 2017 in Wien stellte C. Spreckelsen Trainingsansätze zur klinischen Entscheidungsunterstützung schwerpunktmäßig zur Nutzung der Arden-Syntax vor („Clinical Decision Suppport in practise – a Teaching Scenario“), die ausgehend von Diskussionen in der AG entstanden.

Die turnusmäßige Sitzung der AG fand im Rahmen der GMDS Jahrestagung 2017 in Oldenburg statt (19.9.2017, 09:00-10:30). Die Sitzung begann – nach Vorstellungsrunde – mit einem Rückblick auf die Arbeit und die Diskussionen in der AG. Im Rahmen der Sitzung fand die Wahl der AG-Leitung statt. Als Leiter wurde PD Dr. Cord Spreckelsen und als stellvertretender Leiter wurde Herr Dr. Stefan Kraus wiedergewählt. Zusätzlich wurde Frau Mareike Przysucha als stellvertretende Leiterin gewählt.

 Vorgesehene Aktivitäten im Jahr 2018

 Im Rahmen der ConhIT 2018 wird ein weiterer Satellitenworkshop – diesmal zum Thema „Wissensbasierte Apps - flexible Bausteine für die digitale Medizin“ – durchgeführt.

Die AG beteiligt sich am TMF-Workshop „MDR 2020 – Fluch oder Segen“ am 5. Juli 2018 in Berlin, in dem die Konsequenzen der Umsetzung der Medical Device Regulation in nationales Recht bis 2020 diskutiert werden wird. Seitens der AG wird hier insbesondere auch der Aspekt von (entscheidungsunterstützender) Software als Medizinprodukt adressiert werden.

 Die jährliche Sitzung der AG findet im Rahmen der GMDS Jahrestagung 2018 in Osnabrück statt.
Im Rahmen der Sitzung wird eine neue Leitung für die AG gewählt.

Archiv der Tätigkeitsberichte

  • Aktivitäten im Jahr 2016

    Aktivitäten im Jahr 2016

    Die Arbeitsgruppe „Wissensbasierte Systeme in der Medizin (WBS)“ richtete am 18. April 2016 einen von PD C. Spreckelsen (Aachen) und Dr. S. Kraus (Erlangen) moderierten Workshop im Rahmen des von GMDS und BVMI veranstalteten Satellitenprogramms zur ConhIT 2016 aus. Eingeladene Vortragende aus Forschung und Industrie referierten zum Thema „Entscheidungsunterstützung 2.0 – was leistet künstliche Intelligenz in der Medizin?“.
    Ziel des Workshops war es, sichtbar zu machen, in welche medizinischen Bereiche KI-Algorithmen vordringen, zu diskutieren, wie Transparenz und Zuverlässigkeit von Anwendungen gesichert werden können und zu fragen, ob sich die Repräsentation normativer Aspekte sinnvoll mit maschinellen Lernverfahren verbinden lässt.

    Ausgehend vom Beschluss, Weiterbildungsmöglichkeiten zur Entscheidungsunterstützung zu  schaffen, unterstützte die AG die Entwicklung von Lehrangeboten zur Arden-Syntax für Studierende. Entsprechende Kursmodule konnten an einzelnen Standorten als Beitrag zur curricularen Lehre etabliert werden. Das Projekt zur Erhebung des syntaktischen Erweiterungsbedarfs für den Arden-Standard wurde diskutiert und begonnen.
    Die turnusmäßige Sitzung der AG fand im Rahmen der GMDS Jahrestagung 2016 in München statt (29.8.2016, 17:00-18:00). Die Sitzung begann mit einem Rückblick zu Diskussionsergebnissen des ConhIT-Workshops und einem Ergebnisbericht zur Matrixanalyse „Arbeitsziele der AG“, die auf der vorausgegangenen AG-Sitzung durchgeführt worden war. Es folgten ein Bericht zum Trainingskonzept „Arden-Sandbox“ sowie eine Diskussion bezüglich der Umfrage zum Erweiterungsbedarf für die Arden-Syntax. Schließlich fand ein Brain Storming zur Erarbeitung eines Leitfadens „WBS als Medizinprodukt“ statt, das mit dem Beschluss endete, seitens der AG einen eigenen Workshop zu diesem Thema auszurichten.