Arbeitsgruppe

Methoden und Werkzeuge für das Management von Krankenhausinformationssystemen (mwmKIS)

Ziele

Die Arbeitsgruppe wurde im Oktober 1994 vom Fachausschuss des Fachbereichs Medizinische Informatik eingerichtet. Um einen angemessenen Betrieb von Krankenhausinformationssystemen (KIS) und damit eine adäquate Informationsverarbeitung für die Patientenversorgung und – im universitären Bereich – für die medizinische Forschung und Lehre zu erzielen, ist ein systematisches Management dieser KIS erforderlich.

Das Management umfasst die

  • Planung,
  • Steuerung und
  • Überwachung des Betriebs

von KIS.

Ziel des Managements ist eine angemessene Durchführung der in einem Krankenhaus notwendigen informationsverarbeitenden Verfahren unter Berücksichtigung einer wirtschaftlichen Betriebsführung. Dieses Ziel kann nur durch eine systematische Vorgehensweise erreicht werden. Die dazu erforderliche Entwicklung von Methoden und Werkzeugen für das systematische Management von KIS ist eine anspruchsvolle Aufgabe sowohl für die Informatik als auch für die medizinische Informatik. Voraussetzung dafür ist ein interdisziplinärer Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Informatik, medizinischer Informatik und Wirtschaftsinformatik.

Die Arbeitsgruppe soll auf Basis der interdisziplinären Zusammenarbeit die Entwicklung von Methoden und Werkzeugen für das systematische Management von KIS fördern und unterstützen.

Tätigkeiten der Arbeitsgruppe

Tätigkeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017

Die Arbeitsgruppe hat im Jahr 2017 ihre Arbeiten auf dem Gebiet des IT-Benchmarking von Krankenhäusern fortgeführt.

Gemeinsam mit der AG "Informationssysteme im Gesundheitswesen (KIS)" (Prof. Dr. Paul Schmücker, Mannheim, und Prof. Dr. Christian Wache, Konstanz) wurde auf der GMDS-Satellitenveranstaltung der conhIT am 24.04.2017 ein Workshop zum Thema „IT-Benchmarking für Krankenhäuser: Methoden und Vergleichsgrößen“ veranstaltet. IT-Benchmarkinginitiativen aus dem europäischen Raum stellten gängige Vergleichsgrößen für KIS vor, um deren Stärken und Schwächen und Ansätze für eine gemeinsame Weiterentwicklung der Benchmarking-Verfahren zu diskutieren.

Philipp Jan Flach und Koen Luijckx berichteten über das Benchmarking-Verfahren der niederländischen IT-Beratung LOGEX (Amsterdam). Günther Nolte (Vivantes Berlin) gab einen umfassenden Einblick in die aktuellen Arbeiten des Benchmarkings der Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG). Sein Vortrag wurde ergänzt durch Frank Dickmann (Göttingen), der detailliert über das Reifegradmodell der AKG berichtete. Jan-David Liebe (Osnabrück) stellte das IT-Benchmarking Gesundheitswesen der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen vor (Leitung: Prof. Dr. Ursula Hübner), welches seit 2011 regelmäßig den Digitalisierungsgrad und dessen Einflussgrößen für deutsche Krankenhäuser vergleicht. Abschließend erläuterte Jörg Studzinski (HIMSS Europe) geplante Weiterentwicklungen des Electronic Medical Record Adoption Model (EMRAM).

Als Ansatzpunkte für die gemeinsame Weiterentwicklung der Verfahren wurden eine gegenseitige Validierung der Vergleichsgrößen, die Verknüpfung von IT-Kennzahlen und ökonomischen Kennzahlen sowie die Etablierung eines Länderbenchmarks für die deutsche Krankenhauslandschaft angeregt.

Basierend auf den Vorjahresarbeiten bzw. unter Mitwirkung der Arbeitsgruppe entstanden folgende Publikationen:

Liebe JD, Thomas O, Jahn F, Kücherer Ch, Esdar M, Weiß JP, Hüsers J, Hübner U. Zwischen Schattendasein, Governance und Entrepreneurship - Eine empirische Bestandsaufnahme zum Professionalisierungsgrad des IT-Managements in deutschen Krankenhäusern. Tagungsband WI2017 St. Gallen Schweiz

Liebe JD, Esdar M, Thye J, Hübner U. Antecedents of CIOs' Innovation Capability in Hospitals: Results of an Empirical Study. Stud Health Technol Inform. 2017;243:142-146.

Esdar M, Liebe JD, Weiß JP, Hübner U. Exploring Innovation Capabilities of Hospital CIOs: An Empirical Assessment. Stud Health Technol Inform. 2017;235:383-387.