Arbeitsgruppe

Ambient Assisted Living und Assistierende Gesundheitstechnologien (AAL)

Ziele der Arbeitsgruppe

Ziel der Arbeitsgruppe ist die Förderung des Austauschs von Informationen und praktischen Erfahrungen aus dem Forschungsbereich „Ambient Assisted Living“ (AAL) und „Assistierende Gesundheitstechnologien“ (AGT).

Die aktuellen Fortschritte in den Bereichen Mikrosystemtechnik, ambiente Sensorik und Aktorik für den Einsatz im häuslichen Umfeld, sowie die automatisierte Analyse von medizinischen Daten, eröffnen neue Möglichkeiten zur kontinuierlichen Erfassung und Auswertung gesundheitsrelevanter Parameter. Zusammen mit weiteren Kontextdaten können relevante Informationen über den individuellen Gesundheitszustand abgeleitet und betroffenen Personen in adäquater Weise zur Verfügung gestellt werden. Dadurch kann ein sinnvoller Beitrag zur Prävention und zur gesundheitlichen Selbstbestimmung von Patienten geleistet werden.

Angesichts der Vielfältigkeit der Forschungstätigkeiten auf dem Gebiet der assistierenden Gesundheitstechnologien möchte die Arbeitsgruppe AAL/AGT ein Forum darstellen, in dem sich unterschiedliche Forschungsgruppen z.B. aus den Bereichen Mikrosystemtechnik, Medizinische Informatik oder Biomedizinische Technik austauschen und vernetzen können. Insbesondere für die Aufrechterhaltung der Konkurrenzfähigkeit im internationalen Vergleich erscheint eine Vernetzung der nationalen Forschungstätigkeiten im Sinne von Kooperationen sinnvoll. Darüber hinaus ist es notwendig, die bisherigen Forschungsergebnisse für die Gruppe der Anwender von AAL-Technologien und deren Angehörige kommunizierbar zu machen. Personen aus den medizinischen und pflegerischen Bereichen müssen ebenso für das Themengebiet AAL/AGT gewonnen werden wie Vertreter und Vertreterinnen aus Industrie und Handwerk.

Tätigkeiten der Arbeitsgruppe

Tätigkeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017

Die AG hat sich im Berichtszeitraum schwerpunktmäßig mit der Teilnehmerrekrutierung für AAL- und AGT- Projekte auseinandergesetzt.

Die Entwicklung von assistierenden Gesundheitstechnologien und Angeboten aus dem Bereich AAL erfordern nicht zuletzt im Sinne einer partizipativen Forschung die Berücksichtigung nutzerspezifischer Bedürfnisse. Jedoch gestaltet sich die Nutzerrekrutierung in Forschungsprojekten häufig schwierig oder erfolgt oft erst zu einem späteren Zeitpunkt der Technikentwicklung. Die frühe Einbindung der Zielgruppe ist für das Gelingen eines Projektes und die spätere Akzeptanz eines Produktes enorm wichtig. Welche Barrieren es dabei gibt und wie diese innerhalb von Projekten überwunden werden können, wurde gemeinsam in einem Workshop im Rahmen der 62. Jahrestagung der GMDS erarbeitet und diskutiert.

Die zentralen Fragestellungen des Workshops waren:

Welche Strategien zur Akquise von Teilnehmenden gibt es und welche haben sich bewährt?
Welche fördernden und hemmenden Faktoren beeinflussen die Rekrutierung?
Inwiefern müssen die befragten Personen besondere Fähigkeiten mitbringen, um die Usability von technischen Anwendungen beurteilen zu können?
Welche Funktion können potenzielle Nutzerinnen und Nutzer in AAL-AGT Projekten einnehmen?
Welche Rolle spielen die Forschenden in der Wahrnehmung der Probanden?
Wie kann ein Probandenpool erfolgreich aufgebaut und gepflegt werden?
Der Workshop wurde mit Impulsreferaten von Kristin Illiger (Jade Hochschule), Alexander Pauls (Jade Hochschule), Maria Rutz (Medizinische Hochschule Hannover), Simon Timmermanns (Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.) und Dr. Melanie Zokoll (Hörzentrum Oldenburg) eingeleitet und anschließend in Kleingruppen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Die Ergebnisse des Workshops wurden in einem gemeinsamen Manuskript aufbereitet. Das Manuskript befindet sich derzeit in der Begutachtungsphase. In Zukunft sollen Workshops der AG im 2-Jahres-Rhythmus durchgeführt und die Ergebnisse auf die gleiche Weise festgehalten und publiziert werden.

Laut Mailingliste umfasst die Arbeitsgruppe derzeit 63 Mitglieder.

Archiv der Tätigkeitsberichte

  • Aktivitäten im Jahr 2016

    Aktivitäten im Jahr 2016

    Tätigkeiten im Berichtszeitraum 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016

    Zentrales Thema der AG war im Jahr 2016 die Auseinandersetzung mit der Wohnung als Standort der Gesundheitsversorgung.
    Konzepte im Bereich Ambient Assisted Living (AAL) und assistierender Gesundheitstechnologien (AGT) sind eng mit der Wohnung als Gesundheitsstandort verbunden. Mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen wird laut Statistischem Bundesamt zu Hause versorgt, der größte Teil davon allein durch die Angehörigen. Vor diesem Hintergrund scheint es sinnvoll, die Wohnung als Ort der Gesundheitsversorgung und der Pflege genauer zu betrachten. Dabei bestimmen nicht nur die Räumlichkeiten, was eine Wohnung ausmacht. Vielmehr konstituieren die Bewohner mit ihren Vorlieben und Wünschen, ihren sozialen Kontakten, aber auch mit ihren körperlichen und kognitiven Einschränkungen das, was die Wohnung als Gesundheitsstandort definiert. Die häusliche Umgebung als Forschungsfeld zeichnet sich so durch Komplexität und Interdisziplinarität aus.

    Auf einem Workshop am 1. September 2016 im Rahmen der gmds Jahrestagung in München wurden anhand von drei Vorträgen unterschiedliche Aspekte bzgl. der Wohnung als Gesundheitsstandort thematisiert. Mathias Witte (Hochschule Hannover) ging der Frage nach, welche Anregungen der „Beratungsleitfaden zu ELSI-Themen in der Beratung zu altersgerechten Assistenzsystemen“ zur Einbeziehung der Zielgruppe und der Adhärenz der Probanden in Forschungsvorhaben geben kann. Ralf Eckart (OFFIS Oldenburg) thematisierte anhand des vom BMBF unterstützten Projektes LivingCare, wie ein lernfähiges AAL-System, das sich automatisch an das Verhalten der Bewohner anpasst, ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter und die häusliche Pflege unterstützen kann. Markus Schinle (FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe) stellte mit dem Projekt „PflegeCoDe“ ein interaktives Unterstützungsangebot vor, das Methoden der klassischen Demenz-Therapien in Komponenten im häuslichen Umfeld integriert.

    Vorherige Workshops

    2015: AAL-Studien im Feldtest Herausforderungen, Fallstricke, Nutzen
    GMDS 2015 in Krefeld (http://www.egms.de/dynamic/en/meetings/gmds2015/index.htm?main=5&sub=1)
    2014: Analyse großer Datenmengen aus AAL - Herausforderungen an die Med. Informatik
    GMDS 2014 in Göttingen (http://www.egms.de/dynamic/en/meetings/gmds2014/index.htm?main=6&sub=3)
    2013: Wie viel Medizinische Informatik (MI) braucht AAL?
    GMDS 2013 in Lübeck (http://gmds2013.uni-luebeck.de/programm/workshops/mi04/)
    2012: Selbstbestimmtes Leben mit AAL-Technologien – Probleme, Perspektiven, Praxisbeispiele
    GI 2012 in Braunschweig (https://www.gi.de/fileadmin/redaktion/2012_LNI/lni-p-208.pdf)


    Laut Mailingliste umfasst die Arbeitsgruppe 59 Mitglieder.


    Vorgesehene Tätigkeiten im nächsten Jahr:

    Aufgrund der positiven Resonanz wird die AG auch 2017 einen Workshop auf der Jahrestagung der gmds durchführen.