Arbeitsgruppe

Methodik systematischer Reviews

Ziele der Arbeitsgruppe

  • Unterstützung von methodischen Forschungsarbeiten im Bereich systematischer Reviews
  • Vertiefung der Kontakte von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen im Bereich systematischer Reviews

Tätigkeiten der Arbeitsgruppe

Tätigkeit vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017

Gegenstand und Relevanz: Systematische Reviews bilden das Kernstück in Health Technology Assessments (HTAs). HTA bewerten Kurz - und Langzeiteffekte von Gesundheitstechnologien. Sie werden nach systematischen vorab festgelegten Methoden und multidisziplinär durchgeführt. Sie informieren über medizinische, ökonomische, organisatorische, soziale, ethische Implikationen, sodass sie unter anderen für Verteilungs- Entscheidungen im Gesundheitssystem relevant sind und im Rahmen der rechtlich-organisatorischen Ausgestaltung des Gesundheitssystems eine festen Platz gefunden haben und regulatorische Entscheidungen unterstützen denen finanzielle Konsequenzen folgen. 

Zielsetzung: Als multidisziplinär ausgerichtete, wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Förderung der methodologischen Entwicklung Systematischer Reviews als Kernstück von HTAs, stehen neben dem methodischen Austausch auch die Konsequenzen auf die Ausgestaltung des Gesundheitssystems und Wechselwirkungen aktueller Entwicklungen über die Fachgrenzen der Teildisziplinen (Public Health, Epidemiologie, Biometrie, Gesundheitsökonomie, etc.) hinweg im Focus der Arbeitsgruppe.

 Workshops

Die Arbeitsgruppe „Methodik Systematischer Reviews“ führte auf der GMDS-Jahrestagung 2017 in Oldenburg zwei verschiedene Workshops durch.

Workshop 1 „HTA und komplexe Herausforderungen: HTA in Europa – Visionen und Entwicklungen“ wurde zusammen mit den GMDS Arbeitsgruppen/-kreisen „Health Technology Assessment“, „Medical Decision Making“ und „Gesundheitsökonomie“ durchgeführt.

In diesem Jahre werden im Workshop zum einen die internationalen und europäischen aktuellen Entwicklungen um den Aufbau des EU-HTA Netzwerks (EUnetHTA JA3 Projekt) diskutiert. Die EU-Kommission hat im vergangenen Jahr große Anstrengungen unternommen herauszufinden, wie HTA in Europa ab 2020 aussehen sollte, nach Auslaufen des EUnetHTA JA3 Projektes. Diese Frage und mögliche Implikationen auf das deutsche HTA und seine Methoden werden anhand der ersten Ergebnisse diskutiert.
Diese Diskussion soll aus verschieden Perspektiven vertieft werden. Ist eine Verwertung gemeinsam auf europäischer Ebene erstellter HTA-Information realistisch, insbesondere im Bereich Zusatznutzenbewertung? Wie steht es um die Entwicklungen der Frühberatung der Hersteller von Medikamenten bzw. Medizinprodukten; Thema „Early Advice“ und Early Dialogue“?

Wird zukünftig ein europäisches HTA die Prozesse vereinfachen? Zu diesen Themen werden Vertreterinnen des VfA und des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) die verschiedenen Aspekte beleuchten. systematischen Übersichtsarbeiten zusammengefasst (Systematische Übersichtsarbeiten zu prognostischen Fragestellungen, Dr. Katrin Jensen, Universitätsklinikum Heidelberg). Verena Baecke von Ecker und Ecker GmbH stellte Chancen und Herausforderungen einer europäischen Nutzenbewertung aus Sicht eines Praktikers vor: Relative Effectiveness Assessment vs. frühe Nutzenbewertung am Beispiel von Ramucirumab.

Workshop 2 "Methoden für generalisierte Evidenzsynthesen" wurde in Kooperation mit der AG "Therapeutische Forschung" durchgeführt. Hier wurde besonders der bezug zur Nutzenbewertung in den Focus gestellt. 

Die Nutzenbewertung von Arzneimitteln, d. h. die Evaluation medizinischer Interventionen hinsichtlich ihrer kausal begründeten positiven und negativen Effekte im Vergleich mit einer klar definierten anderen Therapie, spielt eine zunehmend größere Rolle, insbesondere seit das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) zum 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist. Für die Nutzenbewertung sind eine Reihe methodischer Aspekte relevant. Die traditionellen paarweisen Meta-Analysen zur quantitativen

Zusammenfassung mehrerer randomisierter kontrollierter Studien decken längst nicht mehr alle in der Praxis vorkommenden Datensituationen ab, sodass Methoden für generalisierte Evidenzsynthesen entwickelt werden. Aufgrund fehlender direkter Vergleichsstudien für eine Fragestellung gewinnen z. B.  indirekte Vergleiche an Bedeutung. Neben adjustierten indirekten Vergleichen und Netzwerk Meta-Analysen werden auch Methoden für unverbundene Netzwerke entwickelt. Des Weiteren gibt es auch Ansätze zur Evidenzsynthese von randomisierten und nicht randomisierten Studien. Im Workshop sollen neue Ansätze für generalisierte Evidenzsynthesen vorgestellt und diskutiert werden. Wichtige Aspekte sind hierbei welche Annahmen bei den einzelnen Verfahren eine Rolle spielen und welche Bedeutung die damit verbundene Unsicherheit hat, um aus Ergebnissen generalisierter Evidenzsynthesen Schlussfolgerungen für gesundheitspolitische Entscheidungen zu ziehen.

 Arbeitsgruppensitzung auf der GMDS-Jahrestagung 2017 in Oldenburg
Im Anschluss an den oben beschriebenen Workshop fand eine kurze AG-Sitzung auf der GMDS 2017 in Oldenburg statt. Hier wurde das Interesse an der Fortführung der gemeinsamen Workshops bei den Anwesenden abgefragt sowie Workshop-Themen für das kommende Jahr diskutiert sowie die AG Leitungen gewählt.

Vorgesehene Aktivitäten 2018
Für die GMDS 2018 in Osnabrück ist ein gemeinsamer Workshop mit den GMDS Arbeitsgruppen/-kreisen „Health Technology Assessment“, „Medical Decision Making“ und „Gesundheitsökonomie“ vorgesehen. In diesem Workshop sollen Registerdaten im Focus stehen und verschiedene Perspektiven diskutiert werden.

 Publikation
Die Arbeitsgruppe veröffentliche eine Publikation: „HTA und aktuelle Herausforderungen: Harmonisierung, Real World Data und Surrogatparameter“ GMS Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie 2018, Vol. 14(1), ISSN 1860-9171
Alric Rüther1, Kirsten H. Herrmann2, Ansgar Hebborn3 , Matthias Perleth4, Ruth Schwarzer1, Christoph Schürmann1, Wiebke Sieben1, Johanna Gillhaus5, Ralf Goertz6, Ulli Jeratsch6 , Friedhelm Leverkus5,  Wendelin Schramm7

1 IQWiG – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Köln, Deutschland
2 Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, München, Deutschland
3 F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, Schweiz
4 G-BA-Gemeinsamer Bundesausschuss, Berlin, Deutschland
5 Pfizer Deutschland GmbH, Berlin, Deutschland
6 AMS Advanced Medical Services GmbH, München, Deutschland
7 Hochschule Heilbronn, Heilbronn, Deutschland

Archiv der Tätigkeitsberichte

  • Aktivitäten im Jahr 2016

    Aktivitäten im Jahr 2016

    Workshop zu HTA und seinen komplexen Herausforderungen
    Die Arbeitsgruppe „Methodik Systematischer Reviews“ führte auf der GMDS-Jahrestagung 2016 in München den interdisziplinären Workshop „HTA und komplexe Herausforderungen: national, international und adaptiv?“ zusammen mit den GMDS Arbeitsgruppen/-kreisen „Health Technology Assessment“, „Medical Decision Making“ und „Gesundheitsökonomie“ durch. Der Workshop teilte sich in Teil I mit übergeordneten Themen in HTA und Teil II mit Methoden in HTA.

    Teil I begann mit einem Beitrag zu den aktuellen europaweiten Entwicklungen zum Aufbau des EU-HTA Netzwerks (HTA auf EU Ebene, Dr. Alric Rüther, IQWiG Köln) und schloss das Thema der von der europäischen Zulassungsbehörde EMA vorangetriebenen Deregulierung an (Adaptive Pathways, Dr. Ruth Schwarzer, IQWiG Köln).

    Teil II umfasste 3 Vorträge. Zum einen wurde die provokative Frage gestellt, ob das EU-HTA Netzwerk mit dem IQWiG das gleiche Ziel und die gleiche Methodik verfolgt (EUnetHTA und IQWiG – gleiches Ziel, gleiche Methodik?, Dr. Gerlinde Jänel, AMS Advanced Medical Services GmbH, München). Im anschließenden Vortrag wurde der Fokus auf Routinedaten gesetzt (Routinedaten für Systematische Reviews zu Behandlungseffekten, Dr. Lars G. Hemkens, Universitätsspital Basel, Schweiz). Im letzten Beitrag wurde der aktuelle Stand zur Bearbeitung von prognostischen Fragestellungen in systematischen Übersichtsarbeiten zusammengefasst (Systematische Übersichtsarbeiten zu prognostischen Fragestellungen, Dr. Katrin Jensen, Universitätsklinikum Heidelberg).

    Arbeitsgruppensitzung auf der GMDS-Jahrestagung 2016 in München
    Im Anschluss an den oben beschriebenen Workshop fand eine kurze AG-Sitzung auf der GMDS 2016 in München statt. Hier wurde das Interesse an der Fortführung der gemeinsamen Workshops bei den Anwesenden abgefragt sowie Workshop-Themen für das kommende Jahr diskutiert.

    Vorgesehene Aktivitäten 2017
    Für die GMDS 2017 in Oldenburg bietet die AG zwei Workshops an:

    "HTA und komplexe Herausforderungen: HTA in Europa – Visionen und Entwicklungen". Dieser Workshop ist eine Fortsetzung der Tradition eines gemeinsamen Workshops mit den GMDS Arbeitsgruppen/-kreisen „Health Technology Assessment“, „Medical Decision Making“ und „Gesundheitsökonomie“.
    „Methods for Generalized Evidence Synthesis“ in Kooperation mit der GMDS Arbeitsgruppe „Therapeutische Forschung“